Thomas Bienert

The Day before

 

Über die schrecklichen Tragödien unserer Historie, gibt es viele Informationen, Berichte, Dokumentationen. Sie vermitteln uns die unfassbaren Schrecken von Fukushima, Pearl Harbor, Amokläufen, Attentaten und unerträglich vielen anderen Ereignissen, die sich ereignet haben.

Mit THE DAY BEFORE sucht der Künstler Thomas Bienert einen neuen Zugang zu diesen Themen, die bei uns allen Eindruck hinterlassen haben. Auf Basis akribischer Recherchen beleuchtet er in seinen Werken den Tag vor der Tragödie und erzählt die banalen Geschichten ausgewählter Menschen, deren Schicksal sich am folgenden Tag dramatisch ändert.

Durch die Darstellung des Tages davor, schafft Thomas Bienert eine Verbindung zwischen dem Betrachter und dessen Alltag mit dem vom Schicksal schwer getroffenen Menschen. THE DAY BEFORE erzählt scheinbar Belangloses, was sich durch die Folgen des nächsten Tages aber zu etwas Besonderem umformt. Durch die Darstellung eines „normalen“ Tages schafft der Künstler einen empathischen Zugang zu den Betroffenen und legt die Grundlage, um die Wertigkeit der Banalitäten des eigenen Alltags neu zu reflektieren.

THE DAY BEFORE erzählt Geschichten, die aus einem abstrakten Foto und einem begleitenden Text bestehen. Was der Text konkretisiert, löst das Foto in seiner Abstraktion wieder auf. Dieses Spannungsfeld schlägt den Bogen vom Alltäglichen zu den Schrecken des Tages danach.

 

 

Dies sind die Geschichten zum DAY BEFORE:

Marionette Isabel Perón

Witwen in der Kapelle von San José

Pearl Harbor – Soldaten am Strand

Romeo und Julia an der Columbine High School

Boot nach Lampedusa

Ultraschallbild in Fukushima

 

 

Weitere Konzeptreihe von Thomas Bienert:

 

Scars and Stripes

Der Mensch erzeugt in allen Lebensbereichen künstliche Stoffe und Dinge. Diese Synthetik greift massiv in unsere natürliche Umwelt ein und hinterlässt Verletzungen und Narben.

Diese von Menschen gemachte Synthetik wird in der Konzeptreihe „Scars and Stripes“ von Thomas Bienert durch drei gleiche Streifen, die beliebig reproduzierbar sind, visualisiert. Sie stehen im klaren Gegensatz zu den vielfältigen, organischen, sich entwickelnden Strukturen der Natur.

Der symmetrische, gespiegelte Aufbau der Arbeiten verdeutlicht die symbiotische Koexistenz beider Bereiche. Wenn die Natur über ein bestimmte Maß hinaus zerstört wird, bricht auch der andere Teil des Systems zusammen.

Diese allgegenwärtige Botschaft hat Thomas Bienert in eine schlichte, durch die Symmetrie optisch ruhige Form transformiert, um die Einfachheit des Problems zu aufzuzeigen und zu ermutigen, sich mit der Thematik aktiv auseinanderzusetzen.