Boot nach Lampedusa

Jamaal, ein hagerer junger Mann aus Eritrea, hat einen langen, entbehrungsreichen Weg bis an die libysche Mittelmeerküste hinter sich. Sein ganzes Geld, das er von Verwandten und Freunden geliehen hat, ist an Schlepper gegangen, um noch einen Platz in einem der viel zu kleinen Boote zu ergattern, die nachts in Misrata ablegen – auf dem Weg in ein besseres Leben.

Jamaals Euphorie und Vorfreude auf Europa schlägt immer wieder in Angst vor dem schwarzen Wasser und der stärker werdenden Übelkeit um. Er sitzt am Bootsrand und versucht sich krampfhaft an den glitschigen Planken festzuhalten. Bei jeder Welle droht er aus dem Boot zu fallen. Jamaal kann nicht schwimmen.

Im Laufe der kalten Nacht wird Jamaal immer zuversichtlicher. Am nächsten Morgen seid ihr im Paradies – hatte der Schlepper versprochen.

 

Galerie Ahlemann zeigt ein abstraktes Foto des Fotokünstlers Thomas Bienert auf dem vor einem schwarzen Hintergrund in der unteren Hälfte blaue, an Pflanzen erinnernde Muster und zentriert in der Mitte ein längliches Objekt in hellen Farben zu sehen sind.
Boot nach Lampedusa

LAMPEDUSA 3. OKTOBER 2013

Das Flüchtlingsboot brennt und kentert vor der italienischen Insel.

366 Tote.