Petra Jaenicke

 

 

In Zeiten allgegenwärtiger digitaler Bildwelten präsentieren sich die Arbeiten von Petra Jaenicke als eine Form der individuellen Rückeroberung von Wirklichkeit, die einer Sehnsucht nach dem Zulassen von radikaler Subjektivität in der Aneignung, der Wahrnehmung und der Darstellung von Realität entspringen. Sie experimentiert mit der Realität, folgt Irrwegen und Träumen, überlässt sich dabei ganz dem Prozess Die Ergebnisse sind Abbilder eines ästhetischen Widerhalls weiblicher Poesie und Stärke im Kontext der künstlerischen Fotografie.

Das fotografierte Objekt dient ihr dazu, ihm ihre eigenen Vorstellungen überzustülpen. Dabei entstehen Bilder, die einen Tanz mit und um das Vorhandene und den Moment des Einlassens auf die Gegebenheit zeigen. Diese situativ-subjektive Fotografie führt die Wirklichkeit als ihre eigene Interpretation und gleichzeitig die Realität als Irritation vor. In ihren Arbeiten entsteht etwas Neues, basierend auf Realem, aber nicht mehr daran gebunden. Die Fotografie wird zum Medium des Nachspürens des Subjektiven im Objektiven, dabei sind Unschärfe oder surreale Kompositionen und Farbgebung wesentliche Gestaltungsmittel. So werden ihre Arbeiten zum Abbild einer Reise in die poetische und ästhetische Bewältigung des Alltags und lassen dem Betrachter viel Raum für eigenes Wahrnehmen und Erleben.